1928: Der Tagbau II brennt

Heute sind der Steinbrunner und Zillingdorfer See die Überreste des „Tagbau II“ des von der Stadt Wien geführten Kohlereviers Zillingdorf-Stinkenbrunn. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte der Kohleabbau hier eine letzte große Blüte. Die Kohle wurde zum Betrieb der Stromturbinen im Kraftwerk in Ebenfurth verwendet. Ab 1927 wurden in mehreren Schritten die Abbauarbeiten – teilweise noch untertage – eingestellt, da der Abbau der minderwertigen Kohle unrentabel geworden war. Es folgten Streiks und Elend – später ähnlich auch im Ungarischen Werk (Neufeld-Steinbrunn).

1927 brannte und gloste die verbliebene Kohle im Tagbau II monatelang an der Oberfläche – eine enorme Rauchbelastung der Luft.

Die Reichspost berichtete:

„Der Wetterschacht in Zillingdorf ist erst im Jahre 1926 vollkommen ausbetoniert worden. Auch ein Haus wurde darüber gebaut. Im Vorjahre wurde der Förderschacht, wie der bergtechnische Ausdruck lautet, zu Bruch gelassen (was mit Verfall gleichbedeutend ist) und am 8. April d. J. wurde mit der Demolierung des Hauses über dem Wetterschacht begönnen. Am Tagbau II in Zillingdorf wurde auf Anordnung der Werksleitung der Auslauf und das Maschinenhaus abgetragen. Die abgedeckte Kohle dieses Tagbaues bleibt liegen. Die Abdeckung hat ungefähr 2 1/4 Millionen Schilling gekostet! … Beim Tagbau II brennt seit dem vorigen Jahre die Kohle, ohne daß jemals Anstalten getroffen wurden, das Feuer abzudämmen oder zu ersticken. Heute wäre ein Versuch ein aussichtsloses Beginnen, da der Brand schon zu große Ausdehnung gewonnen hat.“

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