Josef Michels und das Kindergarten-Mosaik

Anfang Jänner 2023 verstarb der Künstler Professor Josef Michels in Oggau. Der akademische Maler hat in Steinbrunn an prominenter, aber oft übersehener Stelle, ein Werk hinterlassen.

Im Jänner 1965  gab der Steinbrunner Gemeinderat für den Kindergarten ein Mosaik für die Außenfassade in Auftrag, da ein Fenster weggefallen war. Nach längeren Diskussionen – dem Gemeinderat war das vom Künstler geforderte Honorar zu hoch – wurde ein Entwurf von Josef Michels angenommen. Inhalt und Entwurf selbst wurden nicht beanstandet[1].

Das Werk misst 2,7 mal 3,2 Meter und zeigt eine große Frauenfigur („Schneewittchen“) im hellen Gewand, Zwergen und ein putziges Eichkätzchen. Das Mosaik war an einer Wand angebracht, die ursprünglich unweit des Eingangs und des Zugangs zum Garten gelegen war. Generationen von Kindergartenkindern sind daran vorbeigelaufen.

Das Mosaik von Josef Michels an der Außenwand des Steinbrunner Kindergartens.

Wie ist das Mosaik zu bewerten? Steinbrunn ist nicht sehr reich an öffentlich zugänglichen Kunstwerken. „Kunst am Bau“ gibt es sonst nur im Gemeinschaftshaus mit seinem Hauszeichen an der Fassade und der Widmungstafel des Bildhauers Rudolf Kedl im Inneren (Gasthausraum). Auch wenn das Mosaik am Kindergarten nicht bewusst, sondern als Folge eines Planungsfehlers angebracht wurde, zeigt es, wie bereichernd und nachhaltig Kunst im öffentlichen Raum sein kann. Das Mosaik macht den Kindergarten besonders und einzigartig.

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