Im soeben vom Land herausgegebenen Band „Burgenland Modern – 100 Jahre, 100 Bauten“ von Johann Gallis und Albert Kirchengast kommt ein Steinbrunner Bauwerk prominent vor. Der Autor Johann Gallis kennt die Steinbrunner Baukultur gut, er hat den entsprechenden Beitrag zur Architekturgeschichte in der Chronik 750 Jahre Steinbrunn verfasst.

Eines der vorgestellten 100 Werke ist die „Himico“ (Hemdenfabrik Hiestand und Mitterhäuser) in der neuen Siedlung (siehe Beiträge in diesem Blog). 1960 wurde das spektakuläre Gebäude auf freiem Feld nach nur 6 Monaten Bauzeit errichtet. Architekten waren Herbert Müller-Hartburg (zur Person) und Helmut Schraml. Architekt Müller-Hartburg wurde später bekannt, da er gemeinsam mit seinem Sohn den Florido-Tower in Wien Floridsdorf plante. Die „Himico“ in Steinbrunn ist jedenfalls im Vergleich mit den vielen Wohnhäusern, die Müller-Hartburg entwarf, der „mutigste“ Entwurf.
Interessant: Laut den Autoren versuchten die Architekten bei der „Himico“ das Design einer Wäscheklammer auf das Gebäude zu übertragen – schließlich errichteten sie eine Wäschefabrik.

Im Beitrag erfährt man Details zur gewagten architektonischen Form des Gebäude, etwa dass eine Eisenbetonrippendecke (sog. Ast-Molin-Decke) verwendet wurde. Die verschiedenen Fertigungseinheiten in der Hemdenfabrik Himico, Montage-, Manschetten-, Oberteil- Ärmel- und Kragengruppe, waren schon im Bauplan vorgesehen, auch die kleiner Bettzeuggruppe.
Der Bau befindet sich heute im Zustand „überformt“ (Burg-Hemden). Die Durchfahrt ist verbaut, der futuristische Effekt von 1960 ist verschwunden.