Jüdischer Frontkämpfer

Lange Zeit war komplett verdrängt, dass jüdische Bürger – wie alle anderen auch – als Soldaten im Ersten Weltkrieg für Österreich-Ungarn kämpften – und zwar mit dem gleichen Selbstverständnis als Bürger der k.k. Monarchie wie andere Männer auch. Eine unscheinbare Gedenktafel am Jüdischen Museum in Eisenstadt erinnert an diese Soldaten – und hat einen kleinen Steinbrunn-Bezug.

Links unten wird Bernhard Schneider genannt.

Gedenktafel am Jüdischen Museum in Eisenstadt: Bernhard Schneider aus Steinbrunn ist in der linken Spalte ganz unten angeführt.

Einige biographische Notizen:

Bernhard Schneider wurde am 19. März 1885 in Stinkenbrunn-Büdöskut, geboren. Zuständig war er nach der Gemeinde Unterberg, wie viele andere jüdische Bürger im Bezirk auch. Sein Vater war Wilhelm Schneider, seine Mutter Johanna, geborene Bauer. Bernhard Schneider heiratete am 6. April 1911 Sidonie, geborene Reininger. Er führte einen Gemischtwarenhandel, zuletzt in Stinkenbrunn Nr. 45. Sein Sohn Otto Schneider überlebte den Holocaust und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg KPÖ-Stadtrat in Eisenstadt und langjähriger Präsident des Burgenländischen Fußballverbandes.

Am 15. Dezember 1915 wurde er Infanterieregiment Nr. 76 eingezogen. Am russischen Kriegsschauplatz wurde er zuerst schwer verwundet. Ab 25. Juli 1916 wurde er vermisst.

1924 wurde er auf Ansuchen seiner Ehegattin Sidonie Schneider, Nr. 46, für tot erklärt.

Nebenbei: Bernhard Schneider wird auch auf der Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten am Friedhof (am Karner) genannt. Dort wird als Todesjahr 1917 genannt, das mit dem Datum seines letzten Lebenszeichens am 25. Juli 1916 nicht übereinstimmt.

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