Der Steinbrunner Spangenhelm

Steinbrunn ist der Fundort eines der bedeutendsten Funde aus der Zeit der Langobarden: 1956 wurde in der „Sandgrube“ bei Bauarbeiten für die Bunkeranlage ein Grab entdeckt, das einen sogenannten Spangenhelm enthielt.

Es ist der einzige Fund aus Steinbrunn, der nach seinem Fundort benannt ist: der Steinbrunner Spangenhelm.

Das Original ist in der Hofjagd- und Rüstkammer in der Neuen Hofburg in Wien ausgestellt. Das Museum ist Teil des Kunsthistorischen Museums. Der Spangenhelm würde auch in die archäologische Sammlung direkt im Kunsthistorischen Museum passen, wurde aber im Bereich der Militaria in der Rüstkammer aufgestellt.

Die Beschreibung des Spangenhelms in der Vitrine lautet: „Dieser Helm zeigt grundsätzlich dieselben Konstruktionsmerkmale wie der sechtsteilige Spangenhelm von Sveti Vid in Dalmatien. Er wurde 1965 in Steinbrunn im Burgenland gefunden. Mit 27 bekannten Objekten bilden die Spangenhelme die größte erhaltene Helmgruppe des gesamten Mittelalters. Kulturell entspricht der Spangenhelm weitgehend dem der spätantiken römischen Armee, in der gleichermaßen germanische Söldner wie iranisch beeinflußte Reiternomaden dienten. Der in der Wissenschaft lange behauptete enge Zusammenhang dieser Helmgruppe mit dem ostgotischen Hof Theoderichs ist zwar möglich, aber durch nichts zu beweisen.“ Datiert wird der Helm um 500 n. Chr.

Wie hier im Blog schon einmal dargestellt, sind die Eigenheiten des Helms folgende:

  • Der Helm gehörte einem Langobarden, ist selbst aber nicht langobardisch.
  • Der Helm war ein Ehrengeschenk, er taugte kaum für einen Kampf.
  • Sein Besitzer war wahrscheinlich Söldner und hat diesen Helm vermutlich für seine Dienst erhalten.
  • Der Helm könnte in Konstantinopel oder – wahrscheinlicher – in Oberitalien in einer Werkstatt produziert worden sein. Das bedeutet aber nicht, dass sein Besitzer auch in Italien war.
  • Die Langobarden lebten nur für wenige Jahrzehnte in Steinbrunn. Dann zogen sie nach Italien weiter und ließen sich in jenem Gebiet nieder, das heute nach ihnen benannt wird (Lombardei).
  • In der Nachschau wirkt der Spangenhelm, wenn er ein italienisches Produkt war, wie in ein Vorzeichen für den Zug der Lombarden: sie wollten dorthin, wo so schöne Helme gefertigt wurden.

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