Der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg waren die entscheidende Zäsur in der Geschichte Steinbrunn im 20. Jahrhundert. Das reiche Dorfleben mit vielen kleinen Gewerben und Geschäften ging verloren. Das liegt auch daran, dass jüdische Familien aus Steinbrunn 1938 vertrieben und ihre Geschäfte geschlossen wurden.
Jüdische Familien lebten zumindestens seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Steinbrunn, vereinzelte Meldung sind schon älter. Die Familiennamen Schneider, Moses und Figdor verweisen auf in der Region weitverzweigte Familien, die in vielen Dörfern rund um Eisenstadt kleine Handelsgeschäfte und Gaststätten betrieben. Mit der Familie Schneider dürfte Ignaz Mezei verwandt sein, der seit den 1880er-Jahren einen Gemischtwarenhandel in Steinbrunn führte.
Mezei versuchte, geschäftlich über sein Dorf hinaus tätig zu ein. Und zwar mit einem Enthaarungsmittel. Davon erfahren wir durch folgende Anzeige vom 29. Juni 1910 in der „Illustrierten Kronen Zeitung“:
„Enthaarungs-Pasta ersten Ranges, spielend leichte Entfernung lästiger Haare im Gesicht, auf Händen u. s. w. konserviert die Haut, macht dieselbe zart und rein. 1 Dose 1.60 K franko gegen Voraussendung des Betrages. Ign. Mezei, Büdöskut.“
Ob Ignaz Mezei das Mittel selbst herstellte oder nur vertrieb, ist nicht klar. Ein großer Erfolg dürfte der Anzeige und dem Verkauf nicht beschieden gewesen sein: Das Inserat erschien nur einmal.
Quelle:https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pel&datum=18850219&seite=2